Prüfungswunder

Mein 1. Staatsexamen
Ich hatte über 1,5 Jahre eigentlich nur den Abschluss vor Augen und jeden Tag gelernt. Darüber hatte ich Gott zwar nicht vergessen, aber die Perspektive hatte sich verschoben, weg von seiner Liebe, die immer und in jeder Verfassung gilt, hin zu reiner Leistungsorientierung. Daher war ich seelisch nicht wirklich auf die eigentliche Prüfungssituation vorbereitet, genau gesagt, ich hatte richtig Schiss und Gott kam nicht mehr durch mit seinen Zusagen, die für Entspannung hätten sorgen können. Es mussten dann 5 Klausuren á 5 Stunden in eineinhalb Wochen geschrieben werden. Bei der dritten Klausur kippte ich um, da ich die Nacht vorher nicht geschlafen und nicht gefrühstückt hatte. Folge war, dass ich einige Monate später den ganzen Block Klausuren neu schreiben musste. Ich hatte also einige Zeit, um mit Gott ins Reine zu kommen. Die nächsten Klausuren konnte ich alle schreiben. Ich war dann aber nur mit „ausreichend“ vorbenotet. Bei der mündlichen Prüfung, bei der fünf Prüflinge von vier Professoren 5 Stunden befragt wurden, war es dann so, dass ich immer nur die Fragen bekam, die ich beantworten konnte. Einmal ging der Professor die ganze Reihe der Prüflinge durch mit einer Frage und immer gefiel es ihm nicht. Als er bei mir ankam, sagte ich sinngemäß das, was auch der erste schon gesagt hatte. Und da fand er es plötzlich toll. Am Ende hieß es, ich hätte den Prüfern an dem Tag am besten gefallen! Das hat die Gesamtnote dann rausgerissen und ich bin mit solcher Dankbarkeit und stillem Glück nach Hause gefahren. Es war klar, dass das nicht auf meiner Leistung beruhte, sondern auf Gottes wunderbarem Eingreifen!

Annette

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